Gestern erschien in der NZZ ein Interview zum Thema psychische Gesundheit: Eva Mell: »Psychische Gesundheit: Vier einfache Fragen für mehr Stabilität«, Neue Zürcher Zeitung, 29. Oktober 2026, https://www.nzz.ch/wissenschaft/strategien-vom-fachmann-psychische-stabilitaet-foerdern-ld.10031867 (abgerufen am 30. Oktober 2026).
Der Psychiater Peter Falkai nennt vier Säulen, die psychischen Erkrankungen vorbeugen können. Sie bilden die Grundlage eines gesunden Lebensstils. Wer sie beachtet, kann sein Risiko für Depressionen, Angststörungen und Demenz senken. Jede Säule betrifft einen Lebensbereich, der die psychische Gesundheit nachweislich beeinflusst. Beispiele aus Falkais Praxis zeigen, wie einfach sich seine Empfehlungen im Alltag umsetzen lassen.

Die vier Säulen
1. Bewegung: Bewegen Sie sich regelmäßig. Falkai empfiehlt körperliche Aktivität außerhalb der üblichen Tagesroutine, am besten mindestens zweimal pro Woche. Dazu zählen Spaziergänge, Joggen, der Besuch eines Fitnessstudios oder andere Sportarten. Bewegung senkt nachweislich das Risiko für Depressionen und Angststörungen. Zudem aktiviert sie Körper und Geist.
2. Soziale Kontakte: Tauschen Sie sich regelmäßig und intensiv mit anderen Menschen aus, möglichst mindestens zwei Stunden am Stück. Treffen Sie Freunde oder nehmen Sie an gemeinsamen Aktivitäten teil, etwa an einer Kegelrunde, einem Skatabend oder einem Stammtisch. Soziale Kontakte stärken das seelische Wohlbefinden und schützen vor Einsamkeit.
3. Ernährung: Ernähren Sie sich ausgewogen und gesund. Essen Sie täglich frisches Obst und Gemüse. Wählen Sie bewusst Lebensmittel, die viele Nährstoffe enthalten. Eine gute Ernährung stärkt Körper und Psyche.
4. Schlaf: Schlafen Sie ausreichend und erholsam. Entscheidend ist, dass Sie sich nach dem Aufwachen ausgeruht fühlen. Feste Schlafenszeiten, gute Schlafgewohnheiten und eine ausreichende Schlafdauer helfen dabei. Guter Schlaf lässt das Gehirn neue Kraft schöpfen und stärkt die seelische Stabilität.
Vier Fragen zur Selbstprüfung
Die vier Säulen lassen sich leicht in den Alltag einbauen. Wer sie dauerhaft beachtet, kann das Risiko psychischer Erkrankungen senken. Vier Fragen zeigen, ob man auf einem guten Weg ist:
Bewegen Sie sich zweimal pro Woche außerhalb Ihrer üblichen Tagesroutine?
Treffen Sie sich regelmäßig mindestens zwei Stunden am Stück mit anderen Menschen?
Essen Sie Obst oder Gemüse?
Fühlen Sie sich nach dem Schlafen ausgeruht?
Wer nur eine Frage mit Nein beantwortet, muss sich keine großen Sorgen machen. Dann stimmen immerhin die anderen Bereiche. Fallen jedoch mehrere Antworten negativ aus, besteht Handlungsbedarf.
Meine Bilanz: Ich esse Obst und Gemüse und fühle mich nach dem Schlafen ausgeruht. Bewegung außerhalb meiner Tagesroutine schaffe ich jedoch nur selten zweimal pro Woche. Auch zwei Stunden Geselligkeit am Stück strengen mich zu sehr an. Nach Peter Falkais Maßstab habe ich also etwas zu tun.
