Es ist kurz vor sieben Uhr. Heute Morgen gehe ich zur neuen Hausärztin für einen Ultraschall des Bauchraums und ein EKG – eine Routinekontrolle. Ich muss nüchtern bleiben, sonst kann Frau Dr. S. nichts erkennen. Es ist mir ein Rätsel, warum mich das bis in meine Träume verfolgt.
Im Traum fragte mich eine Assistentin der Praxis nach meiner Verbindung zu Dr. C. B., dem früheren Praxisinhaber. Sie hatte meinen Namen auf einer alten Patientenakte entdeckt. Ich erzählte ihr, dass Dr. C. B. und ich in den ersten Gymnasialjahren Klassenkameraden waren. Er saß direkt vor mir. Sie wollte wissen, ob ich etwas mit Büchern zu tun habe, weil ich im Wartezimmer ein Buch statt eines Handys bei mir hatte. Ich erklärte, dass ich zuerst Buchdrucker, dann Buchhändler war, später im Verlag arbeitete und schließlich in der Bibliothek landete. Lesen und Schreiben sind für mich unverzichtbar. Sie meinte, dann säße ich viel. »Kommen Sie, wir machen eine kleine Übung. Beugen Sie sich nach vorn und versuchen Sie, mit den Fingerspitzen die Zehen zu berühren.« Sie machte es vor. Ich beugte mich nach vorn – und plötzlich war ich weg.

Als ich wieder zu mir kam, stand ich irgendwo zwischen Klinikum Mannheim und Riedbahnbrücke auf einer Wiese am Neckar auf der Feudenheimer Seite. Die Sonne schien, es roch nach Gras. Ich hatte weder Papiere noch Geldbeutel, Mobiltelefon oder Hausschlüssel bei mir. Was mache ich zuerst? Zurück ins Klinikum? Ich glaubte, von dort zu kommen; meine Sachen müssten dort noch liegen. Oder nach Hause? In diesem Augenblick wachte ich auf. Die Katze war ins Bett gesprungen. Nüchtern bleiben – auch im Kopf.
